Bei Zweitligist: Ex-HSV-Boss nennt auch St. Pauli als Vorbild
Am Ende konnte der FC St. Pauli den Abstieg nach zwei Jahren in der Bundesliga nicht mehr verhindern. Dennoch hinterließ der Kiezklub mit seiner kontinuierlichen Arbeit deutschlandweit Eindruck. Jonas Boldt, lange Jahre Sportvorstand des HSV und nun in führender Rolle bei Zweitliga-Konkurrent Hannover 96 tätig, hält den Weg der Braun-Weißen in puncto Führung für beispielhaft.
So erklärte Boldt dem „kicker“, dass sich die Führungsmechanismen im Fußball stark verändert hätten. „Früher wurde vieles vorgegeben. Und das wurde auch nicht hinterfragt, sondern gemacht. Heutzutage prasselt auf die Spieler viel mehr ein – ob aus den sozialen Medien oder dem privaten Umfeld. Klar haben dabei nicht alle Beteiligten immer die gleichen Interessen, das liegt in der Natur der Sache. Die Spieler müssen lernen, mit diesen Einflüssen umzugehen. Sie dürfen auch mehr hinterfragen“, forderte Boldt zwar. „Es braucht aber eine klare Richtung und eine klare Strategie seitens des Klubs. Am Ende sind die Vereine erfolgreich, bei denen starke Konstrukte existieren.“ Als Positivbeispiele nennt Boldt etwa Paderborn und Elversberg. „Beide Klubs haben sich das erarbeitet. St. Pauli und Heidenheim auch. Am Ende auch der HSV. Wenn man jedes Jahr alles umwirft, kann es mal funktionieren. Aber das ist definitiv nicht nachhaltig.“
