- 06.09.2026

„Schlimmster Moment meiner Karriere“: Wolfsburg-Star wird vor St. Pauli-Duell emotional

Gegen den VfL Wolfsburg stieg der FC St. Pauli am 34. Spieltag der vergangenen Saison in die Zweite Bundesliga ab. Kurz darauf folgten die „Wölfe“, die sich in der Relegation gegen den SC Paderborn geschlagen geben mussten. Und das, obwohl sie im Rückspiel früh mit 1:0 in Führung gegangen waren. Wenig später sah Joakim Maehle dann aber in der elften Minute die erste und drei Minuten später die zweite Gelbe Karte und flog vom Platz. Anschließend brach Wolfsburg ein und verlor in der Verlängerung schließlich mit 2:1. Im Nachhinein fällt es natürlich einfach zu sagen, dass das im Elf gegen Elf ganz anders ausgesehen hätte. Zumindest liegt diese Annahme jedoch nahe. Für Maehle folgten schlimme Tage und Wochen, wie er mittlerweile im vereinsinternen Interview verriet.

„Es ist ein grausames Gefühl“, erinnerte sich Maehle. „Ich weiß noch genau, wie ich danach in der Kabine auf und ab gelaufen bin. Gefühlt habe ich dort 20.000 Schritte gemacht. In diesem Moment wollte ich mich eigentlich nur verkriechen und einfach weg sein.“ Die Situation beschrieb Maehle als den „schlimmsten Moment meiner bisherigen Karriere und ist etwas, das ich immer mit mir tragen werde“. Der 29-Jährige entschied sich trotz mehrerer Angebote gegen einen Wechsel. „Ich möchte mich der Situation stellen und meinen Teil dazu beitragen, dass wir gemeinsam zurückkommen. Dann kann ich in den Spiegel schauen und sagen: Ich bin geblieben und habe alles dafür getan“, erklärte er.

Anschließend habe er mit „hasserfüllten Nachrichten in den sozialen Medien“ umgehen müssen, sogar seine Familie sei adressiert worden. „Sobald die eigene Familie hineingezogen wird, ist eine Grenze überschritten. Wenn sie wegen einer Situation auf dem Fußballplatz plötzlich darüber nachdenken muss, wo sie hingeht oder wem sie begegnet, ist das extrem belastend.“

Durch diese Belastung habe sich Maehle „mental wirklich leer“ gefühlt. Er habe sogar darüber nachgedacht, dem dänischen Nationaltrainer für die folgenden Länderspiele abzusagen. Schlussendlich entschied er sich dafür, die Spiele zu bestreiten. „Für mich war es wichtig, genau das eben nicht zu tun, sondern zu spielen“, erklärte er. Gegen die Ukraine erzielte er wenig später sogar ein Tor, ehe das Spiel abgebrochen wurde, weil VfL-Kollege Christian Eriksen erneut kollabiert war.