Darum war der Slap-Stick-Treffer von St. Paulis Vasilj kein Eigentor
Es war durchaus eine kuriose Situation, die St. Pauli-Torwart in der 13. Minute gegen Bayer Leverkusen dazu zwang, das erste Mal in der Partie hinter sich zu greifen. Nach einer zunächst geklärten Ecke war die Werkself in Person von Ernest Poku erneut zum Flanken gekommen. An der Fünf-Meter-Kante stieg Jarell Quansah am höchsten und köpfte den Ball aus kürzester Distanz an den Innenpfosten. Von dort sprang die Kugel an den hinteren Oberschenkel von Vasilj und dann ins Tor. Eigentlich, so könnte man meinen, ein Eigentor für den Torhüter der Kiezkicker, doch die DFL wertete es als Treffer für Quansah. Aber warum eigentlich?
Ein Blick in die DFL-Regularien zeigt, der Treffer wurde nicht als Eigentor gewertet, da „keine aktive Ballaktion unter Ballkontrolle vorlag“. So ist in den Statuten klar festgelegt: „Wenn der Ball nach einem Schuss von Pfosten oder einem Gegenspieler ins Tor prallt, wird das Tor dem Spieler zugeschrieben, der den entscheidenden Torschuss abgibt.“ Da St. Paulis Nummer Eins keine Bewegung in Richtung des Balls machte, wurde das Tor dem Leverkusener Verteidiger zugesprochen. Trotzdem hatte der Bosnier durchaus Glück, denn in der Vergangenheit wurden ähnliche Situationen auch schon als Eigentor des Torhüters gewertet. Am Ende dürfte es Vasilj ziemlich egal sein, der nach dem Spiel immerhin beruhigt war, dass das Tor bei der 0:4-Pleite am Ende nicht ausschlaggebend war.
