Wie gut ist St. Paulis Kader? Weshalb sich selbst die Experten streiten
Der FC St. Pauli hat einen geschäftigen Transfer-Sommer hinter sich.
Die Kiezkicker haben einige Spieler verloren und etliche neue dazubekommen. Nach zwei Spieltagen ist man in der Bundesliga noch ungeschlagen. Aber wie gut ist dieser Hamburger Kader wirklich? Darüber streiten auch die Experten. „Man muss wirklich sagen, dass Bornemann in diesem Sommer einen fantastischen Job gemacht hat“, lobt Sportjournalistin Lena Cassel im Podcast „FUSSBALL MML Daily“ die Arbeit von St. Paulis Sportchef nach dem 2:0-Sieg gegen den HSV. „Er hat Alexander Blessin die Spieler gebracht, die er braucht, um zu 100 Prozent seinen Fußball umzusetzen. Oppie ist extrem zweikampfstark, Hountondji ist schnell und torgefährlich.“ Besonders ein Transfer steche laut ihr heraus. „Für mich der absolute Königstransfer: Fujita. Man hat es kaum für möglich gehalten, dass bei St. Pauli der Kapitän Jackson Irvine wirklich Probleme haben wird, in diese erste Elf hereinzukommen.“Dem widerspricht Jan Wendt, Gründer der Scouting-Plattform „Plaier“. „St. Pauli hat den schlechtesten Kader der Bundesliga“, urteilt er im „Hamburger Abendblatt“. „Für uns ist St. Pauli ein klarer Abstiegskandidat, auch wenn das der aktuellen öffentlichen Wahrnehmung widerspricht. Aber dieser Kader ist schlechter als der des Aufstiegs.“ Ein hartes Fazit, das allein auf der greifbaren Datenlage beruht. „Bornemann wird gefeiert, aber von den Daten lässt sich das nicht bestätigen,“ sagt Wendt. „Er und sein Team gucken sich in einem Jahr vielleicht 500 Spieler intensiv an, es müssten aber 5000 sein. Das ist ohne technische Unterstützung nicht zu schaffen.“ Der aktuelle Erfolg dürfte St. Pauli mit seiner Personalpolitik allerdings recht geben.
