„Technisch sehr sauber“: Was ein Ex-St. Pauli-Profi an Japan schätzt
Der japanische Fußball ist für die meisten europäischen Zuschauer nicht wirklich greifbar. Oftmals bekommt man ihn nur bei großen Turnieren wie der Weltmeisterschaft zu sehen.
Aber wenn es nach Ex-St. Pauli-Torhüter Svend Brodersen geht, lohnt sich ein genaueres hingucken allemal. „Der größte Unterschied ist wahrscheinlich das Tempo und die Körperlichkeit. Als ich nach Japan kam, hatte ich zunächst das Gefühl, dass vieles langsamer und weniger körperbetont ist als in Europa“, berichtet der ehemalige Hamburger gegenüber „Wir Profis“. „Was hier dagegen schon immer stark war, ist die Technik. Die Spieler sind technisch sehr sauber, bei der Ballbehandlung gibt es kaum große Schwächen. In den letzten Jahren hat sich die Liga aber weiterentwickelt. Pressing und Intensität sind deutlich stärker geworden.“Was möglicherweise auch mit den Neuzugängen aus Europa zu tun hat. Brodersen, der mittlerweile für Kawasaki Frontale aufläuft, hat aber noch einen großen Unterschied ausfindig gemacht. Die Atmosphäre sei „komplett anders als in Europa. Die Fans sorgen für Stimmung, aber die Rivalität ist nicht so aggressiv“, so Brodersen. „Es geht mehr um das gemeinsame Erlebnis.“ Das durfte er auch selber schon erfahren. „Einmal habe ich bei einem Auswärtsspiel den Ball zum Abstoß hingelegt und aus der gegnerischen Kurve rief jemand einfach ,Danke´. Da musste ich selbst lachen.“ Und auch der Umgang mit Sieg oder Niederlage ist ein anderer. „Selbst nach Niederlagen bleiben die Fans hier sehr respektvoll. Das nimmt natürlich auch ein Stück weit den Druck aus der Situation.“
