Viel Kritik am geplanten Westfield-Fanshop – so reagiert St. Pauli
In der vergangenen Woche teilte der FC St. Pauli seine Pläne für die Eröffnung eines neuen Fanshops im Westfield Center in der Hafencity mit der Öffentlichkeit.
Dafür gab es jede Menge Kritik: Im Zuge der Bauarbeiten für das Einkaufszentrum ist es Berichten zufolge mehrfach zu prekären, teils illegalen Beschäftigungsverhältnissen gekommen, dazu wurde die mangelnde Sicherheit der Arbeiter kritisiert. So hat es während der Bauarbeiten mehrere Unfälle gegeben, bei einem davon starben im Oktober 2023 fünf Arbeiter. Die Eröffnung des Shops halten viele Fans vor diesem Hintergrund für nicht mit den Werten des Klubs vereinbar.Das findet auch der Hamburger Linken-Politiker und St. Pauli-Fan Kay Jäger: „Dass der FC St. Pauli nun ausgerechnet einen Shop in einem Konsumtempel eröffnet, bei dessen Bau insgesamt sechs hochgradig ausgebeutete Arbeiter durch schlechte Arbeitsbedingungen ums Leben gekommen sind, widerspricht dem Image und den Werten des linksalternativen Fußballclubs. Als Fan des FC St. Pauli hätte ich mir hier mehr Haltung gewünscht und kann diese Entscheidung absolut nicht nachvollziehen“, kritisierte Jäger gegenüber dem „Abendblatt“.
Der Verein ist sich der Entstehungshistorie des Gebäudes bewusst. Gegenüber „Tag24“ hatte Pressesprecher Patrick Gensing bereits in der vergangenen Woche erklärt: „Das blenden wir nicht aus. Unsere Entscheidung für einen Shop an diesem Standort ist keine Bewertung oder Relativierung dieser Baugeschichte. Sie richtet sich auf die heutige Nutzung des Quartiers: Dort kommen viele Menschen aus Hamburg, aus der Region und aus aller Welt zusammen. Genau dort wollen wir als FC St. Pauli sichtbar sein – mit unserer Haltung, unserem Verständnis von Fußball und einem Angebot, das neue Zielgruppen erreicht.“ Die Kritik an dem Fanshop nehme man ernst. „Die Verantwortung für die damaligen Vorgänge liegt nicht beim FC St. Pauli, aber die Geschichte des Ortes darf nicht unsichtbar werden.“
