Zu geizig? So denkt St. Pauli-Boss Göttlich über die Bundesliga
Die Bundesliga sorgt auf dem Transfermarkt kaum noch für die ganz großen Transfers. Der FC Bayern München oder Borussia Dortmund bilden da die Ausnahmen.
Das ganz große Geld fließt in anderen Top-Ligen. Doch wirtschaftlich sieht St. Pauli-Präsident Oke Göttlich die Bundesliga immer noch auf einem guten Niveau. „Die Bundesliga ist die gesündeste Topliga Europas“, sagt er im Gespräch mit der „SportBild“. „Das Problem liegt in Europa in nicht ausreichenden Finanzregularien und auch bei der Durchsetzung von Sanktionen bei Finanzverfehlungen. Das führt dazu, dass die wirtschaftliche Vernunft vieler deutscher Klubs in der Öffentlichkeit als Stagnation wahrgenommen wird.“Für Göttlich ist genau diese Selbstdisziplin für das Überleben der Klubs entscheidend. „Dabei ist diese Vernunft wichtig, um Vereine vor Misswirtschaft zu schützen, um die nachhaltige Entwicklung des Standorts nicht zu gefährden“, erklärt der 50-Jährige. „Deshalb spreche ich immer davon, dass es sehr ähnliche Herausforderungen sind, ob die Bayern in einem unregulierten europäischen System mithalten können oder Klubs wie der FC St. Pauli nur sehr schwer im nationalen Wettbewerb. Daher braucht es stärkere Regulierungen.“
Die Auswirkungen seien für Göttlich absehbar. Ohne Regulierungen bleibe „kein Geld bei den Vereinen. Würden die Klubs sparen, müsste man sich als Verein dann den Vorwurf gefallen lassen, nicht genug in Spieler zu investieren“, schildert er. „Das ist von Bayern München bis Holstein Kiel gleichermaßen der Fall. Aber in Deutschland müssen wir vermehrt wieder viel Geld in den Nachwuchs, in die Infrastruktur investieren – also in die Substanz.“ Als Warnung zieht Göttlich die aktuelle WM-Qualifikation heran. „Das ist enorm wichtig, um zum Beispiel nicht das gleiche Schicksal zu erleben wie die Italiener, die zum dritten Mal in Folge nicht bei einer WM dabei sind.“
