FC St. Pauli stellt Strafanzeige gegen die Polizei

Nach der Partie des FC St. Pauli bei Arminia Bielefeld (2:1) am 4. November vergangenen Jahres haben der FC St. Pauli und der Fanladen St. Pauli das Vorgehen der Polizei in Bielefeld und während der Anreise der Fans nach Ostwestfalen scharf kritisiert. Der Kiezklub hatte daraufhin unter Federführung von Vizepräsidentin Christiane Hollander eine Anwaltskanzlei damit beauftragt, die Ereignisse juristisch zu prüfen. Auf Grundlage des anwaltlichen Gutachtens, für das über 80 Gedächtnisprotokolle betroffener Fans ausgewertet worden sind, hat St. Pauli nun Strafanzeige gegen die polizeiliche Einsatzleitung erstattet. Auf der Internetseite heißt es: „Für die Vereinsführung hat sich das Bild ergeben, dass die Einsatzleitung der Polizei ohne rechtliche Grundlage rund 250 St. Pauli-Fans mehrere Stunden im Rahmen einer polizeilichen Maßnahme am Bielefelder Bahnhof eingekesselt hat. Auch Personen, die im ersten „Kessel“ bereits kontrolliert worden waren und ihre Personalien angegeben haben, wurden anschließend erneut eingekesselt und ohne Angabe von Gründen daran gehindert, das Spiel der Kiezkicker zu besuchen. Sie wurden bis 19 Uhr im „Kessel“ festgehalten und konnten erst dann die Rückreise nach Hamburg antreten. Es war für die Verantwortlichen des FC St. Pauli nicht ersichtlich, dass die Maßnahmen durch eine Rechtsgrundlage gedeckt waren.